Ein Brief an den Mann, der Mich nie geliebt hat

Ein Brief An Den Mann Der Mir Nie Gehört Hat

Meine liebe “Liebe des Lebens”,

Ich schreibe dir diesen Brief und öffne dir darin mein Herz. Ich möchte nur, dass du weißt, was ich während unserer Beziehung durchgemacht habe. Warte, Beziehung trifft es nicht ganz. Als ich dachte, dass wir zusammen seien, dies trifft es besser. Wie dem auch sei, ich verspüre das Bedürfnis, dir alles zu erzählen, damit du nicht einer anderen Frau dasselbe antust. Ich möchte nicht mehr den Schmerz fühlen, den ich verspürt habe. Ich wünsche das nicht einmal meinem schlimmsten Feind.

Ich frage mich ob du dich an die Nächte erinnerst, an denen wir nebeneinander lagen.

Du hattest nur deinen grauen Lieblingssweater an, den einen mit den weißen Zugschnüren.

Ich frage mich ob du dich an die Nächte erinnerst, an denen ich “zufällig” meinen Mantel vergaß, nur damit ich den Sweater nach Hause tragen kann.

Er fühlte sich wie eine Decke an, so gemütlich und kuschelig, mit dem starken Duft deines Parfums, den ich am meisten mochte- der eine, der nach Mahagoni und Lagerfeuer duftete. Der, den du im Ausland gekauft hast. Er war exotisch und selten, genauso wie du.

Ich frage mich., ob du dich an das weiße Kleid erinnern kannst, das ich in der Nacht an hatte, als wir zu unseren Lieblingsplatz gingen- dem Platz, an dem so viele unserer gemeinsamen Erinnerungen eingeschnitzt blieben.

Das weiße Kleid, dass ich am Freitagabend dreimal anprobiert habe, dessen  jede Naht, jeden Zentimeter, der makellos zusammengenähten Säume ich durchstudierte.

Schmetterlinge tanzten in meinem Bauch, als ich zu deiner Tür lief, weil ich wusste, dass es die Art von Kleid war, über die die Männer ihren Enkelkindern erzählen, während sie mit Tränen in den Augen in Erinnerungen schwelgen- “Sie trug das schönste Kleid, dass ich je gesehen habe…”

Mit zitternden Händen, klopfte ich an deine Tür, und du öffnetest mit dem wunderschönen Lächeln, das du so gut getragen hast.

Du hast mich umarmt, hast “Hallo” gesagt. Du hast nicht über mein Kleid gestaunt, und ohne auch ein Wort, gingst du zurück um dich für unseren gemeinsamen Abend zurechtzumachen.

Du sagtest mir nicht, ich wäre schön. Du sagtest auch nicht, ich wäre sexy. Du sagtest nicht einmal, ich würde nett aussehen. Nur eines dieser Worte wäre schön zu hören gewesen.

Ich frage mich, ob du dich an die Zeiten erinnerst, an denen ich zu deinem Büro ging, bevor du kamst, dir und deiner Sekretärin Kaffee und Frühstück brachte, weil du so viel gearbeitet hast, dass du manchmal vergessen hast zu essen. Ich frage mich, ob du unsere gemeinsamen Morgen beim Frühstück im Café auch so genossen hast, wie ich- wir haben immer am gleichen Tisch gesessen, ganz hinten, in der Ecke.

Ich wundere mich, ob du je anhältst, dich umsiehst und darüber nachdenkst, wieso ich die rosa Pfingstblume so geliebt habe, oder über die Art und Weise, wie ich zum duseligen Schulkind wurde, jedes Mal wenn ich blühende Blumen sah.

Egal wie tief im Inneren du gewusst hast, dass ich diese Blumen liebe, du hast sie mir nie  geschenkt. Nicht ein einziges Mal.

Ich frage mich, ob du je bemerkt hast, wie bescheiden ich bin. Niemals habe ich die Tatsache, dass du ein Vermögen hast, ausgenutzt- ich habe nie eine einzige Sache haben wollen. Und, immer habe ich mich gefragt, wie ich dir so viel geben konnte, obwohl ich so wenig hatte, und dagegen du mir so wenig gegeben hast, obwohl du viel mehr hattest.

Ich frage mich, ob du dich an die Nächte erinnerst, die du versprochen hast mit meiner Familie und mir zu verbringen.

Sie haben mit Aufregung auf dich gewartet- den Menschen der ihre Tochter so sehr liebt, mussten sie einfach besser kennenlernen. Ich wundere mich, ob du dich erinnern kannst, wie du dich jedes mal verspätet hast, wenn solche Abende stattgefunden haben.

An manchen dieser Abende, verabschiedete sich meine Mutter ins Bett, müde vom langen Arbeitstag und nicht mehr in der Lage zu warten.

Ich frage mich, ob du weißt, was für eine große Sache es für mich war, dir mein Kind vorzustellen- den Menschen, dem ich meinen letztet Atemzug geben würde, den Mensch, den ich so mühevoll von all meinen früheren Beziehungen ferngehalten habe. Ich wundere mich , ob du weißt, wie nervös sie und ich waren, als wir uns darauf vorbereitet haben mit dir etwas Zeit zu verbringen.

I frage mich, ob du bemerkt hast, wie sehr sie dich mögen wollte und wie sehr sie am Boden zerstört war als du zu spät zum inline skaten kamst. Es war schon sehr dunkel damals, und sie war erwachsener, als du gedacht hast.

Sie wusste, dass diese Verabredung mit ihr, auf die sie sich so gefreut hat, überhaupt keine Priorität für dich war.

Ich wundere mich, ob du dir des stechens deiner Worte, in der Nacht, als du sagtest, dass “Kinder ein Mangel an Freiheit sind”, bewusst bist?

Und, ich wundere mich jetzt, wenn du schon so empfunden hast, wieso du monatelang meine Zeit verschwendet hast, obwohl du wusstest, dass ich nie mit jemandem leben könnte, der meine Tochter nicht genauso liebt wie mich.

Ich wundere mich, nach all dem, was du getan hast und du nicht getan hast, wie ich immer noch Wege finde, deine  Unstimmigkeiten, deine Selbstsucht und deine Kompliziertheit, zu rechtfertigen.

Ich frage mich, wann ich damit aufhören werde mich zu fragen, wieso ich dir nicht genug war. Ich frage mich, wann ich aufhören werde versuchen zu verstehen, wie du mir sagen konntest, dass du mich mehr als alles andere auf der Welt liebst, und danach, sechs Stunden entfernt von mir weggezogen bist, und erwartet hast, dass ich die ganze Zeit hier auf dich warte.

Ich frage mich, ob dein Herz auch so brach, wie meines, als ich endlich die Kraft gesammelt habe, um dir zu sagen, dass ich mehr Wert bin und etwas besseres verdiene.

Ich wundere mich, ob du auch so geweint hast, wie ich, als ich mich entschied das Buch, dass wir zusammen geschrieben haben, zuzuklappen.

Nach monatelangen schlaflosen Nächten, bin ich dazu gezwungen, dir zu sagen, dass ich es dir nicht übel nehme. Ich verachte dich auch nicht deswegen.

Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass du gefunden hast, wonach du suchst. Und, ich möchte dir dies noch sagen: Ich vergebe dir.

Ich habe Mitleid mit dir, weil du den Menschen verloren hast, der für dich ans Ende der Welt gegangen wäre- den Menschen, den du zu der Zeit, so gut du konntest, geliebt hast, möchte ich glauben…

Ich bete dafür, dass die nächste Frau, in die du dich verliebst, mit der Liebe, der Freundschaft und dem Respekt, den ich nicht bekam, überschüttet wird.

Und, erinnere dich daran, obwohl mein Herz zerbrochen ist, deines ist immer noch gut. Dir geht es gut. Du bist klug und nett, auch wenn du oft von deinen guten Absichten benebelt bist, um zu verstehen  wie oft du daran gescheitert bist, sie in Tatsachen umzuwandeln.

Ich versichere dir, mir geht es gut. Und, obwohl ich dich vermisse und oft genug an dich denke, um zu meinen, dir diesen Brief schreiben zu müssen, habe ich keine Zeit verloren und mich in mein Leben wieder neu verliebt.

Ich habe mir erlaubt, meinen Träumen, die wir in den langen Nächten miteinander geplant haben, zu folgen. Den Nächten, die mir nichts mehr, als liebe Erinnerungen bedeuten,  und die ich tief in meinem Herzen begraben werde, dem Herzen, zu dem ich nur wenigen Menschen zutritt gewähre.

Dem Herzen, dass du mir an einem Aprilabend gestohlen hast, und zwar auf die Art und Weise, dass ich angefangen habe zu glauben, dass die Ausdrücke “ Liebe auf den ersten Blick” , “zufällige Begegnung” und “Kraft der Natur” berechtigt sind.

Zum Schluss, möchte ich dir noch dafür danken, dass du mir, vor allem, gezeigt hast, dass ich in der Lage bin, die große Liebe zu finden.

Du hast mich daran erinnert, dass ich großer Dinge würdig bin, obwohl ich diese Dinge nicht bei dir gefunden habe.

Du hast mich gelehrt, mich nie mit weniger,als ich verdient habe, zufriedenzugeben. Auch wenn es hieß von dir weglaufen zu müssen, war es eine wichtige Lektion für mich.

Du hast mir beigebracht wie man jemanden liebt, aber man sich selbst immer mehr lieben muss und dafür werde ich dir für immer dankbar sein.

In Liebe, deine Vergangenheit