Gib Deinem Herzschmerz kein zu Hause

gib-deinem-herzschmerz-kein-zu-hause

Wenn dich jemand den du liebst verlässt, baue keine Mauer um dein Herz.

Lass nicht zu, dass sich diese Mauer, Schicht für Schicht hebt, die Wärme aus deinem Herz rauspresst und dich innerlich kalt lässt.

Baue keine Mauer mit der Ausrede, dass es nur zum Schutz sei, obwohl du weißt, dass sie zur Isolation dient.

Wenn dich der Mensch den du liebst verlässt, verbrauche deine Zeit und Energie nicht daran, alle anderen Menschen um dich wegzuschieben. Ziehe dich nicht zurück in deine eigenen kalten vier Wände und schmerzhaften Erinnerungen.

Lass deine Gedanken nicht an Plätze reisen, wo sie nicht sein sollten. Rede dir nicht selbst ein, dass du dich nie wieder so leicht und frei fühlen wirst, wie du es früher einmal getan hast. Schließe nicht alle Fenster und Türen. Weise die Welt, die an deine Tür klopft, nicht zurück.

Wenn der Herzschmerz zur Tür kommt, gib ihm kein zu Hause.

Gib ihm nicht die Schlüssel zu deinem sicheren Ort, gebaut aus Wänden der Furcht. Öffne die Tür nicht, um alles andere zur Seite zu schieben und Platz für ihn zu schaffen. Lass ihn dein Herz nicht besiedeln. Gib ihm keine Chance es sich auf der Couch gemütlich machen.

Erlaube deinem Herzschmerz nicht die Grenzen des Willkommen Seins zu überziehen. Lass ihn nicht länger bei dir hausen, als er sollte.

Der Schmerz wird kommen. Er wird sich mit Gewalt zu dir durchgraben und jedes geschlossene Teil von dir aufwerfen. Jede Lücke, die du so lange ignoriert hast, wird er mit Schlamm beschmutzen. Es wird sich wie Salz in der Wunde anfühlen.

Als ob du vor Schmerz glühen würdest. Aber, er wird auch stumpf sein und dich mit der Zeit betäuben.

Es ist ein tiefliegender Schmerz, der nicht nachzulassen scheint, egal wie sehr du versuchst dich abzulenken.

Du wirst den Herzschmerz spüren. Er kommt, wenn du ihn am wenigsten erwartest. Und, obwohl du weißt, dass er auf dich zukommt, versuchst du ihn zu umgehen und deine Augen vor ihm zu schließen. Als würde er die Richtung wechseln.

Tut er aber nicht.  Zuerst ist er langsam und dann schnappt er sich dich und du hast nur Zeit um zu keuchend auf dem Boden zu liegen.

Er wird kommen und du wirst die Welt mit anderen Augen sehen, du wirst dich selbst im Spiegel nicht erkennen können und er wird dein Blick auf die Zukunft ändern.

Aber der Herzschmerz sollte sich nicht dauerhaft bei dir ansiedeln.

Diese Art von Schmerz muss man spüren, dieser Schmerz verlangt danach, gespürt zu werden. So ein Schmerz bringt dich dazu, alles andere zur Seite zu schieben und nur darüber nachzudenken was falsch gelaufen ist. Was du verändern hättest können.

Ob du die Schuld dafür trägst oder nicht. Herzschmerz zeigt dir die Teile von dir, die du versteckt gehalten hast, zeigt dir deine Art zu lieben und deine Verluste.

Aber, vor allem zeigt er dir, dass es dir besser ohne diesen Mensch geht.

Herzschmerz belehrt uns des Besseren, gibt uns Kraft, gibt uns die Chance wieder von Vorne anzufangen. Er bleibt. Er belehrt. Er baut uns neu auf. Und, er verlässt uns auch wieder.

Manchmal sehr langsam, manchmal Stück für Stück, doch am Ende ersetzt er das Gefühl des Verlustes mit Akzeptanz.

Das Gefühl des Schmerzes ersetzt er mit einem Zweck. Hoffnungslosigkeit ersetzt er mit Sicherheit. Verzweiflung mit Vertrauen. Angst mit Glauben…

Also gib deinem Herzschmerz kein zu Hause. Bilde keine undurchdringliche Burg für ihn. Erlaube ihm nicht, sich an das festzukrallen, was du bist, oder an das, was du werden wirst.

Mach es ihm nicht dort gemütlich, wo er nicht bleiben sollte.

Dein Herz gehört dir und keiner außer dir entscheidet, wann du soweit bist weiterzumachen. Dieser Prozess wird weder leicht, noch schmerzlos sein. Aber er wird es wert sein, denn du bist es wert.

Tag für Tag wirst du stärker und wärmer, sogar wenn du das Gefühl hast, dass du in der Dunkelheit versinkst. Also, bleib dran. Erlaube dem Schmerz nicht lange zu bleiben, denn du weißt, dass du über ihm stehst. Du musst wissen, dass du über ihn hinwegkommen kannst und wirst.

Fühle es. Sei dir sicher.

Lass ihn dich brechen. Lass ihn dich aufbauen. Und dann, lass ihn gehen.